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Das erste Februarwochenende in Oberwiesenthal mit vielen ski- und snowboardfahrenden Freunden war der Auftakt für unsere zweimonatige Skitour im Alpenraum. Lange Abende und späte Frühstücks ließen uns am Sonntag entspannt in unser Winter-Abenteuer starten.

Nach einer Nacht im Auto bei Schnaittach trafen wir uns mit Pauline und Matthias am Pillberg bei Schwaz. Eine Woche gemeinsam im Chalet Waldruh ermöglicht uns Freunde aus der Ferne wenigstens einmal im Jahr zu sehen: Co-Urlaubing also. Das Karwendelgebirge kennen Maik und ich nur aus Sommerzeiten, im Winter ist ja gefühlt jede Region eine zweite Reise wert, weil alles anders aussieht.

Der Hochpillberg ist ein gemütliches Skigebiet, wartet dafür mit der zweitlängsten Rodelbahn Österreichs auf. So etwas lassen wir uns nicht zweimal sagen: Auf die Rodel, fertig, rutschen! Von ganz oben bis nach Schwaz auf über 10 Kilometern viel gut und, wetterbedingt, auch mal schlecht präpariert. Ich erinnere mich vage, dass ich zur Studentenzeit Rodeln war, ist also schon Jahrhunderte her. Die erste Serpentine ließ mich auch gleich vom Schlitten fliegen. OK, ist anders als Skifahren. Vom Vermieter haben wir so einen Ösi-Schlitten bekommen, ein Racertyp von Schlitten. Der kann nur Schnell oder Stehen. Leider hat Pauline erst am letzten Tag herausgefunden, dass der ganz simpel mit den Füßen zu lenken geht. Vorher haben wir die traditionelle Variante Füße-raus-und-hoffentlich-bleibt-Bein-in-der-Hüftpfanne angewandt.

Matthias und Pauline haben dieses verrückte Wagnis am Folgetag wiederholt. Ich habe mich lieber auf die Tourenski gestellt, sicher ist sicher. Ganz königlich habe ich gleich mal meine Felle vergessen und bin die erste richtige Tour mit so Leihski in dünn den Hecher hochgelaufen… manche Dinge ändern sich halt nie.

Ziel war das Kellerjoch, aber vom Hechergipfel aus war es eine Stunde entfernt, wofür ich mindestens drei Stunden zu spät los bin und das Gelände für einen Alleingang zu ausgesetzt. Außerdem war ich nach dem steilen Aufstieg auf der schwarzen Piste viel zu fertig; das würde ich allerdings nie zugeben!

Und was hat der Maik die Tage über gemacht? Gearbeitet! Guter Mann. Wir so draußen in der Sonne, er so drinnen im Chalet. Aber das war auch wirklich gemütlich mit Kamin, Ofen und Heizung – mehr Wärme-Absicherung ist nicht möglich. Ein Heizlüfter eventuell. Ich schlage es dem Vermieter vor! Maik heizte also die Tage über alles weg, was sich als Wintervorrat ums Haus herum aufstapelte und war somit auch zufrieden.

Die zwei Folgetage passierte etwas unglaublich Tolles: Pauline und Matthias haben sich auf Ski gestellt! Es war der Wahnsinn, ich habe mich riesig gefreut. Kurze Skischule – Bergski, Talski, Schulter, Hüfte –, kurze Panik bei Matthias, dann fuhr es sich abwechselnd ge- und entspannt den Berg hinunter. Mit Maik bin ich erneut den Hecher hinaufgehechelt und dann sind wir noch abseits der Pisten im freien Gelände eine Tour gegangen. Es war wahnsinnig warm, wir haben uns überschwitzt. Februar?!? Was ist da los?

Am letzten Tag sind wir vier gemeinsam zum Abschlussrodeln angetreten. Mit neuem Fuß-Lenkwissen im Hinterkopf düsten wir die Rodelstrecke hinab, als gäbe es kein morgen. Pauline und Matthias tat der Po anscheinend nicht genug weh, denn die beiden haben das noch und noch mal wiederholt. Rodeljunkies. Maik und ich haben uns mit neuem Ziel ins Auto gesetzt: Vinschgau. Die schmecken nicht nur gut, da soll es auch schön sein. Wir wollten das mal überprüfen.

Fotos von Maik & Jana und Matthias

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