Europa

VIVA ITALIA!

Südtirol ist super. Die Südtiroler noch viel mehr! Schön bequem können wir uns auf Deutsch mit den Einheimischen unterhalten und trotzdem das Flair Italiens genießen. Trotzdem fahren wir weiter, tief ins Italienische: die Lombardei. Warum? Wir wollten häppchenweise Richtung Frankreich, da hatte der Schnee eine positive Einstellung zum Runterfallen angekündigt. In der Lombardei schien er das kurz vergessen zu haben.

Auf der Fahrt durchs Ländle zu unserer neuen Unterkunft in Campodolcino hofften wir auf viele Höhenmeter, die noch kommen mögen. Der Frühling war um uns herum ausgebrochen, da lässt sich‘s schlecht Skifahren. Bei Campodolcino sollte es ein Skigebiet, das Madesimo, geben. Da muss es doch auch mal mit dem Schnee ums Eck losgehen!

Wir kommen erst einmal in unserer Unterkunft Baita dei Pini bei Carlos an. Um uns herum ist es grün und sonnig. Carlos ist super nett. Er hilft uns mit allem aus, was er da hat und wir dürfen in seiner Hotelwaschmaschine unser Klamotten waschen. Vielleicht roch er ja auch schon, dass es notwendig war.

Am Nachmittag fuhren wir hoch, um den Schnee zu suchen. Wir wollten wissen, was für die nächsten Tage möglich ist. Der Skiort Madesimo selbst ist total knuffig. Viele alte Holzhäuser und kleine Lädchen säumen die Straßen. Der Ortskern ist autofrei, das macht alle Menschen entspannt. Wir hören nur Italienisch um uns herum. Entweder liegt es an der Jahreszeit oder an der Lage dieses Skigebietes, zumindest scheint Madesimo nur Einheimische anzuziehen. Wir schauen uns also diesen idyllischen Ort an und wissen, wir werden nicht wieder hier hoch kommen, denn Skitourengeher sind erst ab 21.00 Uhr auf den Pisten erlaubt. Diese ergießen sich als weiße Streifen auf den Felsen, umsäumt von fast grünen Wiesen. Da lohnt sich das Aufsteigen abseits der Pisten auch nicht.

Auf der Website heißt es:

Dank der guten Höhenlage ist das Skigebiet von Madesimo vor allem von Schnee und Sonne verwöhnt.

www.snowplaza.de/italien/madesimo

Ah ja.

Wir müssen noch höher. 1.600 Meter sind nicht ausreichend. Also hinauf zum Splügenpass, der die Lombardei mit dem schweizerischen Graubünden verbindet. Wir fahren in das kleine Dorf Montespluga, einen Geisterort im Winter. Seit der Eröffnung des San-Bernardino-Tunnels in den 60er Jahren bleibt der Passo dello Spluga im Winter geschlossen. Damit kommen neben den Tourengehern und den Schneemobilfahrern nicht genug Touristen hoch. Im Sommer ist dieser Ort mit Motorrad- und Sonntagsfahrern überschwemmt.

Glück für uns! Wir genießen das sonnige Wetter, befreien uns von fast allen Klamotten und laufen den Pass bis zur Landesgrenze hoch. Dann geht es weiter Richtung Piz Tamborello. Für das Lattenhorn sind wir zu spät losgekommen und der Untergrund war mal wieder ab Passhöhe total vereist. Auch die Harscheisen haben nicht geholfen. Zwischendurch haben wir uns die Ski auf den Rucksack geschnallt. Kurz vor Gipfel bin ich mental und kräftemäßig ausgestiegen. Ich hatte Sorge seitlich abzuschmieren und am Fuße des Berges anzukommen. Zu Fuß wollte Maik nicht auf den Gipfel – er sei schließlich zum Skifahren hier.

Tags darauf haben wir eine Tour in Fraciscio (wer kann das drei Mal schnell nacheinander sagen?!?) gewählt. Sie führt als Skiroute vom Skigebiet in den Nachbarort Campodolcinos. Hier kamen wir auch nicht sehr weit. Nach drei Kilometern sind wir auf einem Lawinenkegel gegangen, der ziemlich viel Baum mitgerissen hatte. Der Rest der Tour sah steiniger als weiß aus. Doof. Wie soll man hier nur abfahren? Also Rückzug.

Das war mit den Touren Langlauferer Tal und Seebodenspitze also die Woche des Abbruchs. Maik und ich gehören eher in die Kategorie Hobbykünstler in Sachen Skitouren gehen, da ist das aktuelle Wetter mit Triebschnee und Eis, gepaart mit Bruchharsch und in tieferen Lagen Sulz nicht so die Wonne. Ok…, dann gehen wir eben Klettern!

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