Europa

LEIPZIG IM APRIL

Nach der Reise ist vor der Reise, da gibt es bestimmt ein altes Sprichwort für. Nun hatten wir zwischen unserer zweimonatigen Ski-Kletter-Reise und dem Folgeprojekt OH KANADA! einen Monat Zeit in Leipzig, um erstere Reise sacken zu lassen und um alle Vorbereitungen für zweitere abzuschließen.

Ende März hatten wir wieder deutschen Boden unter den Füßen und seitdem ist der April eigentlich swuuutschhhhhh an uns vorbeigerauscht. Wir haben den Monat in Leipzig unter den Stern der Reisevorbereitung stellen wollen. Neben dem ganzen Orgakram haben wir vor allem die Wohnung für die Zwischenmieter präpariert. Unsere eigentliche Haupt- und Lieblingsbeschäftigung war jedoch, Familie und Freunde zu treffen. Diese Aufgabe haben wir sehr ernst genommen! Maik arbeitete wie gewohnt zweieinhalb Tage pro Woche und an den anderen Tagen haben wir uns kunterbunt verabredet. Wenn niemand Zeit hatte, haben wir Kisten gepackt, Gegenstände verschenkt oder Sachen weggeworfen. Das Ausräumen hat uns notgedrungen ein bisschen zu Minimalisten gemacht ;).

Unsere Wohnung wird ab Mitte Mai von zwei Medizinstudenten aus Würzburg gepflegt. So, wie wir die Wohnung hinterlassen, hätte ich sie gerne immer: sauber, leer und gut sortiert. Irgendwie klappt das nicht mal zwei Wochen lang bei uns ohne Untervermietung …

An den Wochenenden haben wir Ausflüge zu den umliegenden Steinbrüchen unternommen oder einfach mal zu Hause abgehangen, yeah. Am Holzberg versuchten wir uns an die heimische Kletterei zu gewöhnen. Doch mit Granitgestein im Kopf, klettert es sich am Porphyr echt schlecht. Glitschig, rutschig, glatt und besonders bröselig hangeln wir uns nach oben. Im Frühjahr gehört zur Aufgabe der Kletterer lockeres Gestein, also Felsteilchen, die durch die Witterungsbedingungen des Winters vom Felsen abgetrennt geworden sind, von der Wand ‚abzuklettern‘ . Ich habe mein Soll erfüllt und eine Schuppe runtergebracht. Merke: Nicht mehr bei den ersten Sonnenstrahlen an den Steinbruch fahren, sondern erst im Sommer, wenn die Abtragungsarbeiten von anderen bereits erledigt wurden.

Als bräuchte man für jede Erfahrung mindestens zwei Anläufe, sind wir über Ostern an den Gaudlitzberg gefahren. Familie, Freunde und Hund kamen mit – niemand durfte fehlen. Die Kids sind herrlich geklettert und Maik kennt nach zwei Monaten des Kletterns im Vorstieg keine Grenzen mehr. Das klappt alles wunderbar, auch die Steine bleiben dieses Mal in der Wand. Der Wettergott hat dankenswerter Weise immer mitgespielt und wir hatten bei Ausflügen immer sonniges Wetter. Die Sonnenglückssträne vom März hielt also weiter an; nun ja, es gab auch weiterhin keinen Schnee 🤪.

Am letzten Wochenende vor unserer Abreise war Gieszerstraßenfest. Besser hätten sie es nicht legen können. Insgesamt vier Tage wilde Feierei – ok, für uns nur zwei davon, aber immerhin! – mit viel Musik und lecker Essen. Nochmal schön hampeln, ehe wir neun (!) Stunden im Flieger sitzen.

Unsere Rucksäcke sind gepackt. Ein Zelt für die Pumas, ein Essenssack für die Bären in der kanadischen Natur – wir haben mal wieder an alle gedacht! Wir starten mit 17 kg und 14 kg Gewicht und somit genug Zeug und Potential, um Dinge im Laufe der Wochen verlieren zu können.

Während ich schreibe, sitzen wir im Flieger nach Toronto. Ich habe Mittelsitz. Ist gleichzusetzen mit ‚Ich habe Rücken.‘ Die Halbzeit der Flugstrecke ist geschafft und gleich fängt der zweite Film an. Wir müssen uns ranhalten, damit wir neben der kulinarischen Versorgung und dem Landeangriff genug Zeit bis zum Filmende haben werden. Der Bildschirm sagt, wir fliegen gerade über die Labradorsee – Geografieübung: Wer weiß, wo die liegt?!? Kleiner Hinweis: ‚Nach‘ Grönland, aus Frankfurt kommend. Grönland wollte auch nicht gesehen werden, es versteckt sich hinter den Wolken – vielleicht bekommen wir ja in vier Monaten auf dem Rückflug eine neue Chance ;).

So, in ein paar Stunden fängt ein neuer Abschnitt für uns an. Dann gibt es im Block neben Europa eine neue Kategorie … Ideen?
Maik sagt hust, hust und schnief, schnief und grüßt euch alle damit recht herzlich. Salbei war noch nie so beliebt wie dieser Tage.

Fotos von Maik & Jana, Katja und Ulli

  1. Petra & Jörg

    Neuer Beitrag!!!! supi 🙂 und natürlich warten wir auf den Nächsten. Eure Seite macht süchtig!;-)
    LG von zu Hause Petra & Jörg

  2. Jojo

    Have fun!

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